Lkw-Maut

LKW-Bußgeldkatalog Maut

BeschreibungBußgeld FahrerBußgeld Unternehmer
LKW-Maut nicht gezahlt1240 €480 €
LKW-Maut nicht rechtzeitig gezahlt1240 €480 €
LKW-Maut falsch gezahlt1120 €240 €
Belege nicht mitgeführt50 €150 €
Anordnung nicht befolgt250 €250 €
Falsche Emissionsklasse angegeben1120 €240 €
Von der gebuchten Strecke abgewichen1120 €240 €
Start- und Zielpunkt verwechselt40 €40 €

1 Abhängig vom Einzelfall kann für diese Vergehen auch nur ein Verwarnungsgeld in Höhe von 40 Euro verhangen werden.

LKW-Maut pro angefangenen Kilometer

LKWKosten
Kategorie A
LKW bis max. 3 Achsen0,141€/km
LKW ab 4 Achsen0,155€/km
Kategorie B
LKW bis max. 3 Achsen0,169€/km
LKW ab 4 Achsen0,183€/km
Kategorie C
LKW bis max. 3 Achsen0,190€/km
LKW ab 4 Achsen0,204€/km
Kategorie D
LKW bis max. 3 Achsen0,274€/km
LKW ab 4 Achsen0,288€/km

Ratgeber: Lkw-Maut in Deutschland

Auf der Autobahn müssen LKW Maut zahlen

Auf der Autobahn müssen LKW Maut zahlen

2005 wurde in Deutschland die LKW-Maut eingeführt, die für den Bund seitdem Jahr für Jahr eine wichtige Einnahmequelle ist. Doch welchen Sinn hat die Maut für LKW überhaupt? Für wen und wo gilt die Mautpflicht? Wie kann man die LKW-Maut berechnen und wie hoch sind die Mauttarife? Und welche Bußgelder drohen, wenn man die Maut nicht ordnungsgemäß bezahlt? Viele Fragen, auf die wir in unserem Ratgeber zum Thema LKW-Maut genau eingehen werden.

Was ist die LKW-Maut?

Bei der LKW-Maut Deutschland handelt es sich um eine Gebühr (Straßenbenutzungsgebühr) für die Nutzung der Autobahnen und bestimmter Bundesstraßen durch schwere LKW. Um die LKW Maut berechnen zu können, spielen u.a. die tatsächlich gefahrenen Kilometer eine Rolle, weswegen man auch von einer streckenbezogenen Maut bzw. Gebühr spricht.

Weiterführende Informationen zum Thema „Fahrverbot von Lkw“:

Warum gibt es die LKW-Maut in Deutschland?

Der Güter-Verkehr auf den Straßen nimmt immer weiter zu, was vor allem auch Deutschland als Transitland zu spüren bekommt. Dabei stellen vor allem die schweren LKW mit einer Achslast von mehreren Tonnen eine um ein Vielfaches höhere Belastung als die Autos für die Straßen dar. Das wird auch durch Untersuchungen bestätigt, die zum Ergebnis kamen, dass die Belastung der Autobahn durch einen 40-Tonner so stark ist wie die von 160.000 PKW.

Entsprechend verursachen schwere LKW im besonderen Maße Kosten für die Erhaltung, den Bau und den Betrieb von Autobahnen. Mit der Einführung der LKW-Maut sollten die Kostenverursacher stärker an der Finanzierung beteiligt werden (Nutzerfinanzierung), zumal vor der Maut die finanziellen Mittel für die Instandhaltungs- und Ausbauarbeiten der Autobahnen größtenteils aus Steuergeldern sowie zu einem geringen Anteil durch die sogenannte Eurovignette stammten.

Durch die LKW-Maut werden zudem auch die Wettbewerbsbedingungen zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern gerechter gestaltet, zumal der Anreiz geschaffen wurde, den Güterverkehr etwas mehr von den Autobahnen auf umweltfreundlichere Verkehrsträger wie Schienen oder Wasserstraßen zu verlagern.

Für wen gilt die LKW-Maut?

Mautpflichtig in Deutschland sind laut Verkehrsrecht und StVO alle Kraftfahrzeuge, die eventuell für den gewerblichen Güterverkehr eingesetzt oder ausschließlich hierfür bestimmt sind und ein zulässiges Gesamtgewicht ab 12 Tonnen haben. Wie Verkehrsminister Alexander Dobrindt von der CSU bekanntgab, wurde die LKW-Maut aber 2015 auf alle LKW ab 7,5 Tonnen ausgeweitet.

Für welche Straßen gilt die LKW-Maut?

In der ursprünglichen Fassung galt die LKW-Maut ausschließlich für Autobahnen, doch in Folge des sogenannten Maut-Ausweichverkehrs wurden auch Abschnitte von stark frequentierten Bundesstraßen mit einer Maut für LKW belegt. Ab 2015 wurde die LKW-Maut einheitlich auf allen vierspurigen Bundesstraßen eingeführt. Ab 2018 soll sie dann auf allen Bundesstraßen gelten, wie die Bundesregierung Mitte 2014 mitgeteilt hat. Welche Straßen und Autobahnen mautpflichtig sind, kann in der Mauttabelle eingesehen werden, die das BAG (Bundesamt für Güterverkehr) auf seiner Homepage anbietet.

Mautrechner LKW: So wird die LKW-Maut berechnet

Um die LKW-Maut berechnen zu können, werden verschiedene Parameter herangezogen. So richten sich die LKW Maut Kosten nach den zurückgelegten Kilometern auf der mautpflichtigen Straße/Autobahn sowie nach der Anzahl der Achsen des Fahrzeugs oder der Fahrzeugkombination:

  • LKW mit oder ohne Anhänger,
  • Sattelschlepper mit oder ohne Sattelauflieger
  • Liftachsen im angehobenen oder abgesenkten Zustand.
  • sowie der Schadstoffklasse des Fahrzeugs.
Die verschiedenen Arten von Nutzfahrzeugen sind zur Maut-Zahlung verpflichtet

Die verschiedenen Arten von Nutzfahrzeugen sind zur Maut-Zahlung verpflichtet

Auch die Schadstoffklasse des Fahrzeugs ist maßgeblich für die Höhe der Maut. Laut Mautrechner LKW wird jedes Nutzfahrzeug seiner Schadstoffklasse entsprechend und gemäß des Bundesfernstraßenmautgesetzes einer der vier Kategorien (A, B, C, D) zugeordnet. Die Festlegung der LKW Maut Kosten anhand der Schadstoffklassen macht es u.a. für LKW-Halter oder Transportunternehmen attraktiver, auf Fahrzeuge mit einem höheren Umweltstandard zu setzen, da hier die LKW-Maut günstiger ausfällt. Der Nutzer muss die Schadstoffklasse selber eingeben, wobei er laut Verkehrsrecht dazu verpflichtet ist, diese korrekt zu deklarieren.

Folgende Schadstoffklassen gemäß Bundesfernstraßenmautgesetz gibt es (seit 1. Januar 2011) :

  • Kategorie A: S5, EEV Klasse 1, S6
  • Kategorie B: S4, S3 mit PMK 2, 3 oder 4
  • Kategorie C: S3 ohne Partikelminderungsklassen, S2 mit Partikelminderungsklassen 1, 2, 3 oder 4
  • Kategorie D: S2 ohne Partikelminderungsklassen, S1 und Fahrzeuge, die keiner Schadstoffklasse angehören

Mauttarif für LKW: Wie hoch sind die Kosten für die LKW-Maut?

Die Mauttarife für LKW können u.a. auf der Homepage der BAG eingesehen werden, wobei die Mautsätze im Schnitt derzeit bei 17 Cent je Kilometer liegen. Der Vollständigkeit halber präsentieren wir Ihnen im Folgenden die Übersicht, so dass Sie die LKW Maut in Deutschland berechnen bzw. einsehen können.

Kategorie A:

  • Fahrzeuge bis max. drei Achsen = 0,141 Euro
  • Fahrzeuge ab vier Achsen = 0,155 Euro

Kategorie B:

  • Fahrzeuge bis max. drei Achsen = 0,169 Euro
  • Fahrzeuge ab vier Achsen = 0,183 Euro

Kategorie C:

  • Fahrzeuge bis max. drei Achsen = 0,190 Euro
  • Fahrzeuge ab vier Achsen = 0,204 Euro

Kategorie D:

  • Fahrzeuge bis max. drei Achsen = 0,274 Euro
  • Fahrzeuge ab vier Achsen = 0,288 Euro

Wie müssen die Mautgebühren gezahlt werden?

Um die LKW-Mautgebühren bezahlen zu können und der Mautpflicht nachzukommen, stehen insgesamt drei Verfahren zur Auswahl:

  • automatische Bezahlung über ein Fahrzeuggerät (sog. On-Board-Unit, kurz OBU)
  • durch Einbuchung im Internet
  • mittels Buchung an Einbuchungsautomaten (sog. Mautstellen-Terminals)

Damit man am automatischen Erhebungssystem teilnehmen oder die Einbuchen über das Internet in Anspruch nehmen kann, müssen sich LKW-Nutzer im Vorfeld bei der Betreibergesellschaft Toll Collect GmbH, die das technische System zur Einnahme der LKW-Maut auf deutschen Autobahnen betreibt, registrieren. Die Registrierung bei Toll Collect ist kostenlos und macht auch die Einbuchung an einem Mautstellen-Terminal einfacher und schneller. In Deutschland gibt es über 3.000 Mautstellen-Terminals, wobei deren Standorte auf der Homepage von Toll Collect aufgelistet sind.

Wie erfolgt die Kontrolle der LKW-Maut?

Es gibt verschiedene Kontrollarten, mit denen festgestellt werden kann, ob die LKW-Maut für die Nutzung mautpflichtiger Autobahnen/Bundesstraßen ordnungsgemäß entrichtet wurde oder nicht:

  • automatische Kontrollen durch die Kontrollbrücken
  • Standkontrollen des Bundesamtes für Güterverkehr mit gezielter Ausleitung möglicher Mautpreller
  • mobile Kontrollen des Bundesamtes für Güterverkehr mit gezielter Ausleitung möglicher Mautpreller
  • Betriebsprüfungen bei deutschen Unternehmen

Eine Kontrolle mit Ausleitung aus dem Verkehr wird nur bei solchen mautpflichtigen Fahrzeugen durchgeführt, bei denen der Verdacht besteht, dass die Mautgebühr nicht ordnungsgemäß bezahlt wurde.

Drohen Bußgelder, wenn die Maut nicht bezahlt wird?

Wenn die LKW-Maut nicht gezahlt wird, droht ein Bußgeld

Wenn die LKW-Maut nicht gezahlt wird, droht ein Bußgeld

Wird die LKW-Maut nicht ordnungsgemäß geleistet, dann handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit und dem Fahrer und / oder dem Unternehmer, Halter sowie der Person, die über den konkreten Einsatz des Fahrzeuges zu entscheiden hat, droht ein Bußgeld. Handelt es sich lediglich um einen geringfügigen Verstoß gegen den LKW-Maut Bußgeldkatalog, dann erfolgt eine Verwarnung. Folgender Auszug aus dem LKW-Maut-Bußgeldkatalog zeigt die wichtigsten Regelbußen bei Missachtung der Mautpflicht gemäß des Bundesfernstraßenmautgesetz:

Nicht oder nicht rechtzeitige Entrichtung der Maut (§ 10 Absatz 1 Nr. 1 Bundesfernstraßenmautgesetz (BFStrMG)):

  • Für den Unternehmer: bis zu 40 Euro Verwarnungsgeld (einzelfallabhängig) oder 480 Euro Bußgeld
  • Für den Fahrer: bis zu 40 Euro Verwarnungsgeld (einzelfallabhängig) oder 240 Euro Bußgeld

Falschzahlen der LKW-Maut (§ 10 Absatz 1 Nr. 1 BFStrMG):

  • Für den Unternehmer: bis zu 40 Euro Verwarnungsgeld (einzelfallabhängig) oder 240 Euro Bußgeld
  • Für den Fahrer: bis zu 40 Euro Verwarnungsgeld (einzelfallabhängig) oder 120 Euro Bußgeld

Nichtmitführen/Nichtaushändigen von Belegen (§ 10 Absatz 1 Nr. 3 BFStrMG):

  • Für den Unternehmer: 150 Euro
  • Für den Fahrer: 50 Euro

Nichtbefolgen einer Anordnung (§ 10 Absatz 1 Nr. 2 BFStrMG):

  • Für den Unternehmer: 250 Euro Bußgeld
  • Für den Fahrer: 250 Euro Bußgeld

Die Bußgelder können aber noch deutlich höher ausfallen und so kann der Gesetzgeber im härtesten Fall ein Geldstrafe von bis zu 20.000 Euro bei nicht Entrichtung der Maut bei mautpflichtigen Fahrzeugen aussprechen!

Wofür verwendet die Bundesregierung die Mautgelder?

Von den Einnahmen der LKW-Maut, die sich seit der Einführung von 2005 bis 2012 von 2,59 Milliarden Euro bis auf 4,87 Milliarden Euro durch den Anstieg der Fahrleistungen mautpflichtiger LKW und Mauterhöhungen fast verdoppelt haben, sind vorerst noch die Kosten für den Systembetreiber Toll Collect abzuziehen. Hinzu kommen noch ca. 600 Millionen Euro für die Finanzierung der sogenannten Harmonisierungsmaßnahmen.

Damit sind Maßnahmen gemeint, die der Minderung der staatlich bedingten Kostenmehrbelastung des deutschen Güterkraftverkehrsgewerbes im Verhältnis zu seinen ausländischen Wettbewerbern dienen. Die verbleibenden Mautgelder wurden bis einschließlich 2010 für die Infrastruktur von Straßen, Schienen und Binnenwasserstraße verwendet. Seit 2011 werden die Einnahmen ausschließlich für die Finanzierung der Bundesfernstraßen eingesetzt, so dass ein Finanzierungskreislauf entsteht.

5 Kommentare

  1. VGl sagt:

    Hallo,

    welche Maut kommt denn in Österreich auf uns LKW-Fahrer zu?

  2. koymla sagt:

    wen ich die Parpiere aus Vorsatz nicht dabei habe muss ich viel mehr bezahlen doch wie wird das festgestellt

  3. Wangler sagt:

    Hallo,
    habe nicht gewusst, dass ab 1.10.2015 die Liftachse, auch wenn sie oben ist, bei der Maut mitbezahlt werden muss. Habe mein Mautgerät erst im Februar 2016 umgestellt. Jetzt erhalte ich Verwarnungen in Höhe von 40 € jede Woche. Immer jeweils für einen Tag. Kann man da was machen?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Wangler,
      in der Regel müssen Sie die Strafe zahlen, auch wenn Sie nichts davon gewusst haben.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

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