Mitnahmestapler: Was ist eine negative Stützlast?

LKW-Bußgeldkatalog bei Missachtung der Stützlast bzw. Ladungssicherung

Angaben zu Stützlast/Überladung/Ladungssicherung missachtetBußgeld Punkte
Mehr als 50 % zulässige Stützlast bei einem Kfz mit einem einachsigen Anhänger über- oder unterschritten60 €1
Nicht ausreichende Sicherung der Ladung oder Ladevorrichtungen gegen Herabfallen oder Herausstehen bei LKW oder Bussen60 €1
... mit Gefährdung75 €1
Die Höhe des Kraftfahrzeugs, einschließlich Ladung, betrug mehr als 4,20m60 €1

LKW: Mitnahmestapler sind keine Seltenheit

Ein Mitnahmestapler erleichtert des Be- und Entladen.

Ein Mitnahmestapler erleichtert des Be- und Entladen.

Um einen LKW entladen zu können, sind oftmals Hilfsmittel notwendig, sei es in Form eines Hubwagens, eines Gabelstaplers oder eines Mitnahmestaplers. LKW, die einen Mitnahmestapler transportieren können, führen diesen oft mit. Das erleichtert die Arbeit der Kraftfahrer.

Ein Mitnahmestapler kann so eine wertvolle Zeitersparnis bringen und lange Wartezeiten verhindern, da der LKW-Fahrer die Ladung selbständig bewegen kann.

Welche LKW dürfen zusätzlich einen Mitnahmestapler laden? Welche Vorschriften gelten hier in Bezug auf die Sicherung und die Teilnahme am Straßenverkehr? Ist hier eine zusätzliche Genehmigung notwendig oder kann ein Mitnahmestapler immer mitgeführt werden?

Dies und weitere Fragen sollen im nachstehenden Ratgeber beantwortet werden.

Was ist ein Mitnahmestapler?

Als Mitnahmestapler werden spezielle Flurförderfahrzeuge bezeichnet, die am Heck eines LKW oder eines Anhängers transportiert werden. Häufig findet man diese Ladungshilfen bei Fahrzeugen von Speditionen in der Lebensmittellogistik, bei Spezialtransporten (wie z. B. Langgut, Baustoffe, Futtermittel oder Fenster) sowie bei Hilfsorganisationen und der Feuerwehr. Diese Art der Fahrzeuge fallen auch in die Kategorie der Nutzfahrzeuge.

Hauptsächlich handelt es sich um dieselbetriebene Frontstapler. Es gibt jedoch auch elektrisch angetriebene Modelle. Stapler mit Verbrennungsmotor dürfen ausschließlich nur in Außenbereichen eingesetzt werden, elektrische dagegen auch in der Halle.

Bei der Planung der Fracht muss das Eigengewicht des Mitnahmestaplers berücksichtigt werden. Dieses Gewicht zählt bei der zulässigen Gesamtmasse des Fahrzeugs eine Rolle. Wird dies nicht beachtet, kann es zu Bußgeldern wegen Überladung kommen. Die Stapler haben ein Eigengewicht von 1,2 bis 3 Tonnen. Dies hängt mit dem verbauten Motor zusammen.

Auch die Sicherung des Staplers ist von großer Bedeutung. Um die Ladefläche für die Güter frei zu halten, werden fast alle Mitnahmestapler außen am LKW oder Anhänger angebracht. Dort muss dieser auch so gesichert sein, dass er den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung entspricht und keine Gefährdung darstellt.

Nach der Straßenverkehrsordnung (StVO) gehört ein Mitnahmestapler zur Ladung und wird in §22 behandelt:

„Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.“

Mitnahmestapler: Auf welchem LKW erlaubt?

Soll ein Mitnahmestapler auf einem LKW mitgeführt werden, bedarf es einer bestimmten Vorrichtung und einer Genehmigung durch den TÜV. Die Eignung eines LKW für die Anbringung einer Transportvorrichtung muss durch den Hersteller oder einen Kfz-Sachverständigen bestätigt werden.

Auf einem LKW wird der Mitnahmestapler meist am Heck transportiert.

Auf einem LKW wird der Mitnahmestapler meist am Heck transportiert.

Diese Einrichtung gilt als Sonderaufbau und muss durch den TÜV abgenommen sein. Liegt diese Bescheinigung nicht vor, droht ein Bußgeld wegen nicht vorhandener Betriebserlaubnis. Auch werden die Vorrichtungen im Rahmen der Hauptuntersuchung technisch geprüft. Der Mitnahmestapler muss unabhängig davon auch jährlich vom Hersteller oder einem Fachbetrieb geprüft werden.

Wird ein Mitnahmestapler transportiert, muss bei der Beladung des LKW und auch bei Leerfahrten darauf geachtet werden, dass keine negative Stützlast entsteht. Durch die Hecklast, hier das Eigengewicht des Mitnahmestaplers, verändern sich Fahrverhalten und Bodenhaftung des LKW. Dies kann, auch besonders bei schwierigen Witterungsbedingungen, zum Ausbrechen des Fahrzeugs führen.

Wird bei einer Kontrolle festgestellt, dass die Stützlast nicht stimmt oder eine negative Stützlast vorliegt, kann dies zu einem Bußgeld und Punkten in Flensburg führen.

Der Mitnahmestapler darf dann auch nur von geschulten Fahrern bedient werden. Ein LKW-Führerschein reicht hier nicht aus. Zum Fahren des Staplers muss ein Flurfördermittelschein vorliegen und schriftlich vom Arbeitgeber beauftragt sein.

Verfasse einen neuen Kommentar

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (22 votes, average: 4,27 out of 5)
Loading...