LKW Sonntagsfahrverbot und Feiertagsfahrverbot

LKW-Bußgeldkatalog Feiertags- und Sonntagsfahrverbot

BeschreibungBußgeldPunkte
Verbotswidriges Fahren an einem Sonn– oder Feiertag mit einem LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 t oder mit einem LKW mit Anhänger120 €
Anordnen oder zulassen, dass verbotswidrig an einem Sonn– oder Feiertag mit einem LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 t oder mit einem LKW mit Anhänger gefahren wurde570 €

LKW-Fahrverbot: Bestimmungen zum Feiertags- und Sonntagsfahrverbot aus dem Bußgeldkatalog

Für LKW gilt das Sonntagsfahrverbot

Für LKW gilt das Sonntagsfahrverbot

Die StVO regelt in § 30 das sogenannte Feiertags- und Sonntagsfahrverbot. Dieses LKW-Fahrverbot soll dem Umweltschutz dienen und gleichwohl die Lärmbelästigung in Wohnbereichen an traditionellen Ruhe- und Feiertagen minimieren.

Das Fahrverbot für LKW ist auch unter dem Namen Wochenendfahrverbot bekannt. Darüber hinaus gibt es auch das Ferienreisefahrverbot, welches einem Verstopfen der Straßen während der Hauptreisezeiten in den Ferien vorbeugen soll.

Diese Regelungen in der StVO gelten ausschließlich für LKW. Welche Lastkraftwagen aber genau vom Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen betroffen sind, wann es gilt und wie die Bußgeldtabelle für etwaige Verstöße aussieht, zeigen wir Ihnen im Folgenden.

Weiterführende Informationen zum Thema „Fahrverbot von Lkw“:

Für wen gilt das Feiertags- und Sonntagsfahrverbot?

Wie bereits erwähnt, gelten diese Regelungen ausschließlich für Lastkraftwagen. Aber auch nur für LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 7,5 t sowie Lastkraftwagen mit Anhängern. Das LKW-Fahrverbot gilt jedoch auch für PKW, die aus steuerrechtlichen Gründen als LKW zugelassen sind, wenn diese einen Anhänger mitführen.

Wann gilt das Feiertags- und Sonntagsfahrverbot?

Anhand der Bezeichnung ist erkennbar, dass das LKW-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen gilt. Und zwar in der Zeit von 0.00 Uhr bis 22.00 Uhr auf dem gesamten Streckennetz in Deutschland.

An dieser Stelle müssen jedoch die uneinheitlichen Feiertagsregelungen in den einzelnen Bundesländern berücksichtigt werden. Dabei gelten immer die gesetzlichen Vorschriften des jeweiligen Bundeslandes, in dem gefahren werden soll.

Das Feiertagsfahrverbot gilt laut StVO an folgenden Feiertagen:

  • Neujahr (in ganz Deutschland)
  • Karfreitag (in ganz Deutschland)
  • Ostermontag (in ganz Deutschland)
  • 1. Mai (in ganz Deutschland)
  • Christi Himmelfahrt (in ganz Deutschland)
  • Pfingstmontag (in ganz Deutschland)
  • Fronleichnam (nur in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland)
  • Tag der deutschen Einheit (in ganz Deutschland)
  • Reformationstag (nur in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen)
  • Allerheiligen (nur in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland)
  • 1. und 2. Weihnachtstag (in ganz Deutschland)

Ausnahmegenehmigung für das Feiertags- und Sonntagsfahrverbot

Doch längst nicht alle LKW, Nutzfahrzeuge oder Transporter unterliegen dem Feiertags- und Sonntagsfahrverbot. Wie aus der StVO hervorgeht, gilt für folgende Nutz- und Lastkraftwagen eine Ausnahmegenehmigung:

  • LKWs zur Beförderung verderblicher Ware inklusive einer Beiladung von max. 10 Prozent anderer Waren bei Lieferung von
    • frischer Milch und frischen Milcherzeugnissen,
    • frischem Fleisch und frischen Fleischerzeugnissen,
    • frischen Fischen, lebenden Fischen und frischen Fischerzeugnissen,
    • leicht verderblichem Obst und Gemüse,
    • und die im Zusammenhang mit diesen Fahrten stehenden Leerfahrten,
  • Fahrten mit Fahrzeugen, die von Behörden im Verteidigungsfall oder bei einem inneren Notstand nach dem Bundesleistungsgesetz herangezogen werden,
  • der kombinierte Güterverkehr Schiene-Straße vom Versender bis zum nächstgelegenen geeigneten Verladebahnhof oder vom nächstgelegenen geeigneten Entladebahnhof bis zum Empfänger, jedoch nur bis zu einer Entfernung von 200 Kilometer,
  • der kombinierte Güterverkehr Hafen-Straße zwischen Belade- oder Entladestelle und einem innerhalb eines Umkreises von höchstens 150 Kilometer gelegenen Hafen (An- oder Abfuhr).

Ferner gelten auch für Fahrzeuge der Feuerwehr, Landes- und Bundespolizei, Straßenverwaltung und Straßendienste, Bundeswehr und NATO-Truppen sowie des Katastrophenschutz keine Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen.

Ferienreisefahrverbot

Neben dem Sonntagsfahrverbot gibt es auch das Ferienreisefahrverbot

Neben dem Sonntagsfahrverbot gibt es auch das Ferienreisefahrverbot

Das Ferienreisefahrverbot, das in Deutschland durch die Ferienreiseverordnung geregelt wird, gilt ebenfalls für LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 7,5 t sowie Anhänger hinter LKW. Demnach ist es diesen LKW untersagt, vom 1. Juli bis 31. August an Samstagen in der Zeit von 7.00 Uhr bis 20.00 Uhr auf einigen Autobahnen und Bundesstraßen zu fahren.

Feiertags- und Sonntagsfahrverbot: Bußgeldkatalog für Verstoß

Bei einem Verstoß gegen das Feiertags- und Sonntagsfahrverbot gibt es auf jeden Fall einen Bußgeldbescheid, jedoch keinen Punkt in Flensburg. Die StVO zieht dabei aber nicht ausschließlich nur die LKW-Fahrer in die Verantwortung, sondern zugleich auch die Fahrzeughalter. Wie die Bußgeldtabelle verdeutlicht, müssen die Halter mit härteren Strafen beim Zuwiderhandeln gegen das Verbot rechnen, da diese die Fahrer oftmals zum Fahren zwingen.

Im Folgenden finden Sie einen Ausschnitt aus dem Bußgeldkatalog, mit den dort verankerten Bußgeldern für Verstöße gegen das Sonn- und Feiertagsfahrverbot:

  • Verbotswidriges Fahren an einem Sonn– oder Feiertag mit einem LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 t oder mit einem LKW mit Anhänger: 120 Euro Bußgeld
  • Anordnen oder zulassen, dass verbotswidrig an einem Sonn– oder Feiertag mit einem LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 t oder mit einem LKW mit Anhänger gefahren wurde: 570 Euro Bußgeld

10 Kommentare

  1. Koriander sagt:

    Diese Woche ist es wieder mal so weit: Tag der deutschen Einheit.
    Ich finde es gut! SOnntagsfahrverbot bedeutet dass wir auch mal einen freien Tag genießen könenn. Der Tagesryhtmus von LKW-Fahrern leidet leider manchmal ein bisschen

  2. Michael Persieke sagt:

    Das Sonntagsfahrverbot ist eine Schädigung für die deutsche Wirtschaft. So sind wir nicht Wettbewerbsfähig!

  3. Theodor W. sagt:

    Guten Tag,
    verstehe ich das richtig, auch der Fahrzeug-Halter muss bezahlen wenn das Sonntagsfahrverbot umgangen wurde?

  4. Kai sagt:

    Wie sieht die Lage bei LKW unter 3,5 t mit Wohnanhänger oder Sportgeräte aus??

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Kai,

      auch in diesem Fall gilt das Sonntagsfahrverbot, denn es gilt für LKW mit Anhängern.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

      • Sven sagt:

        In der Wikipedia steht: „Ein Katalog allgemeiner Ausnahmen wurde von der Verkehrsministerkonferenz am 9. und 10. Oktober 2007 beschlossen, um die sehr unterschiedliche Genehmigungspraxis der zuständigen Stellen zu vereinheitlichen. Dieser Katalog sieht vor, dass das Sonn- und Feiertagsfahrverbot neben den in der StVO geregelten Ausnahmen allgemein nicht gelten soll für […] Wohnwagenanhänger und Anhänger, die zu Sport- und Freizeitzwecken hinter Lastkraftwagen mit einer zulässigen Gesamtmasse bis zu 3,5 Tonnen geführt werden.“

        Gilt dieses nicht mehr?

        • bussgeldkatalog.org sagt:

          Hallo Sven,

          Sie haben Recht: Für LKW unter 3,5 t, welche einen Wohnwagenanhänger ziehen, gilt das Fahrverbot in der Tat nicht.

          Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  5. Sven sagt:

    Gibt es eine Definition, wann eine Fahrt als „Sport- und Freizeitzweck“ gilt?

    Unser Fall wäre eine großes Sportgerät (mobiler Klettergarten), das wir Vereinen und Schulen ohne Profit zur Verfügung stellen. Dieser wird von uns transportiert und in der Zeit auch betreut. Wäre damit eine Sonntagsfahrt erlaubt?

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